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15.07.2011 23:37    Kommentare: 0    Kategorien: Erfahrungsbericht      Stichwörter: erfahrungsbericht  wissenschaft  

1 Ursprung, 1.2 Realität

Meine Zukunft habe ich schon damals strategisch geplant und in die Hand genommen. Ich wusste, als Forscherin brauchte ich Englisch, als Neuroforscherin gute Kenntnisse in der Biologie, und als Psychologin waren Mathematik und Pädagogik die ideale Kombination. Logisch, dass ich dann alle vier Fächer im Abitur hatte.

Mein Studium der Psychologie habe ich ähnlich strategisch durchzogen und alles auf den Fokus „Neuro“ gelegt, um die beste Grundlage zu schaffen für eine Forschungskarriere in der Neurowissenschaft. Ich hatte während des Studiums ein Auslandspraktikum in einem Gehirnforschungslabor in Sydney, Australien absolviert. Dort konnte ich mein Englisch aufpolieren, was nach meinem Austauschjahr in Amerika eingerostet war.

Kurz, ich hatte  alle meine Fähigkeiten strategisch und gezielt verbessert, und ergatterte schließlich eines der begehrten Promotionsstipendien, so dass ich an der International Graduate School of Neuroscience einen anspruchsvollen PhD machen konnte. Mein Forschungsschwerpunkt war das Gedächtnis, und ich habe Studien mit gesunden Menschen und Schlaganfallpatienten über die gesamte Altersspanne geplant, durchgeführt, ausgewertet und publiziert. Ich habe die Daten mittels ereigniskorreliertem Elektroenzephalogramm und funktioneller Magnetresonanztomographie erhoben, nachdem ich die Handhabung der Instrumente mühsam erlernt hatte. Die zugrundeliegenden Experimente habe ich alle selbst programmiert, nachdem ich mich in das Programmieren eingelesen hatte. Zwischendurch habe ich ein halbes Jahr in Manchester, England geforscht, um neue Methoden zu erlernen.

Ich habe während der drei Jahre menschlich, fachlich und methodisch sehr viel lernen dürfen, und es ist mein Glück, dass ich diese Erkenntnisse auf andere Bereiche übertragen kann. Ich weiß aber auch, dass ich eine große Bereitschaft habe, mich in dem, was ich tue, 100 % zu engagieren. Entweder ganz oder gar nicht, war immer meine Devise. Wenn ich auf die drei Jahre an sehr harter und wettbewerbsstarker Erfahrung an der International Graduate School of Neuroscience zurückblicke, bin ich sehr stolz auf meine drei Publikationen, die ich zum Zeitpunkt meiner Promotion schon in internationalen renommierten Fachzeitschriften publiziert hatte. Alle Forschungsergebnisse durfte ich auf internationalen wissenschaftlichen Konferenzen als Poster oder Vorträge vorstellen und ich bekam einen Nachwuchspreis für die beste Forschungspublikation in der Neuropsychologie 2008. Die Krönung meiner wissenschaftlichen Karriere kam allerdings kurz vorher, als ich zum 57. Treffen der Nobelpreisträger 2007 eingeladen wurde aufgrund meiner Erfolge als Nachwuchswissenschaftlerin. Ich war stolz, unter 20.000 internationalen hervorragenden Nachwuchswissenschaftlern auserkoren zu sein für einen der ca. 500 Plätze. Es waren nur eine Handvoll Psychologen darunter, was mich noch stolzer machte. Die geistige Elite anzutreffen, war ein weiteres Schlüsselerlebnis für mich. Die Preisträger erzählten, wie viele von ihren Ergebnissen jahrelang nicht beachtet wurden, bis ihre Anerkennung erfolgte, und sie zwischendurch schon dem  Aufgeben nahe waren. Sie sagten auch, dass viele ebenso wichtige Erkenntnisse anderer Wissenschaftler nicht gleichermaßen Anerkennung finden im Wissenschaftssystem, und sie das Glück hatten, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, das Richtige zu denken. Dies zu hören von Nobelpreisträgern machte mich demütig, aber nach längerem Nachdenken auch stutzig.

 

Fortsetzungen meines Erfahrungsberichtes findest Du nur als Mitglied meines Quereinstieg-Netzwerks; bitte schick mir eine E-Mail, wenn Du kostenlos ein Mitglied werden möchtest.

Beste Grüße,

Eleonore

 
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